Joos Sutter (Präsident des Verwaltungsrates) und Marco Tschanz (CEO) der Bell Food Group AG | © Bell Food Group AG

Die Bell Food Group ist erfolgreich durch Fokussierung auf ihre Stärken

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Die Bell Food Group konnte sich im Geschäftsjahr 2025 trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds erfolgreich behaupten und an die Vorjahre anknüpfen. Wir blicken auf ein gutes, intensives Jahr zurück und freuen uns besonders, dass wir alle wesentlichen Kennzahlen steigern konnten. Diese positive Entwicklung bestätigt, dass wir mit unseren strategischen Stossrichtungen richtig liegen. Erneut dürfen wir Ihnen ein erfreuliches Ergebnis präsentieren.

Wir lieben Genuss

Unser Geschäftsmodell steht für Stabilität und Anpassungsfähigkeit zugleich. Es versetzt uns in die Lage, auf Veränderungen der Markt- und Konsumbedingungen umsichtig und effizient reagieren zu können. Mit unserem vielfältigen Sortiment, unserem breit gefächerten Markenportfolio und unserer kontinuierlichen Innovationskraft erfüllen wir die Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten in allen Preissegmenten. Dank unserer breit abgestützten Absatzkanäle in Retail, Food Service und der Lebensmittelindustrie können wir Schwankungen im Konsumverhalten wirkungsvoll ausgleichen.

Wir gestalten Zukunft

Das vergangene Geschäftsjahr stand ganz im Zeichen unserer zukunftsweisenden Fokussierungsstrategie. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere Stärken und wollen dort tätig sein, wo wir langfristig Wachstumspotenziale sehen und die Marktführerschaft innehaben. So auch im europäischen Rohschinkenmarkt. Mit der Akquisition des Produktionsbetriebs der Hermann Wein GmbH & Co. KG in Freudenstadt (DE) stärkt Bell ihre Position im europäischen Rohschinkenmarkt und ergänzt die bestehenden Aktivitäten von Bell International optimal. Diese Übernahme belegt, dass wir akquisitorische Opportunitäten wahrnehmen, wenn sie unsere bestehenden Aktivitäten sinnvoll ergänzen.

Gleichzeitig arbeiten wir aber auch konsequent an der Optimierung und Effizienzsteigerung unserer Organisation. Im Geschäftsbereich Hügli haben wir verschiedene Massnahmen eingeleitet. Zum Beispiel optimieren wir durch die mittelfristige Produktionsverlagerung von Redditch (UK) in die bestehenden Werke in Radolfzell (DE) und Zásmuky (CZ) die Produktionsstrukturen bei Hügli. Mit dieser Massnahme harmonisieren wir die Produktionsprogramme der Standorte, verbessern die Auslastung und erzielen Effizienzgewinne.

Auch im Geschäftsbereich Eisberg haben wir die Weichen neu gestellt. Aufgrund fehlender Perspektiven und anstehenden Investitionsbedarfs haben wir uns von den Eisberg-Gesellschaften in Polen, Ungarn und Rumänien getrennt. Dadurch kann Eisberg seinen Fokus mit den Einheiten Eisberg Schweiz und Eisberg Österreich konsequent auf den DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausrichten. Der österreichische Betrieb in Marchtrenk hat unsere Erwartungen bisher noch nicht erfüllt. Um die Profitabilität nachhaltig zu steigern, haben wir das Betriebskonzept des Standorts Marchtrenk (AT) überarbeitet. Eisberg Österreich konzentriert sich künftig auf ein wirtschaftlich effizienteres Kernsortiment, das optimal auf den Markt ausgerichtet ist. Im Zuge dieser Fokussierung werden Teile der Infrastruktur sowie spezifische Anlagen nicht mehr benötigt. Eisberg stärkt mit diesen Schritten die Wettbewerbsfähigkeit und schafft die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Standortprofitabilität.

Mit diesen Massnahmen festigt die Bell Food Group ihre Marktposition und optimiert ihre Produktionslandschaft. Im Zuge dieser Weiterentwicklung haben wir eine ausserordentliche Abschreibung in der Höhe von CHF 64.4 Millionen vorgenommen. Durch diese gezielten Investitionen, die Optimierung der Standorte und verstärkte Marktaktivitäten erhöhen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, setzen unsere Fokussierungsstrategie konsequent um und legen die Grundlage für eine nachhaltige Steigerung der operativen Effizienz.

Unser Investitionsprogramm in der Schweiz ist weiter auf Kurs. Am Standort Oensingen (CH) haben wir im Berichtsjahr den neuen Rinderschlachthof planmässig in Betrieb genommen. Er gehört in Bezug auf Tierwohl, Hygiene und Effizienz zu den Besten auf der Welt und setzt neue Massstäbe. Im Jahr 2026 wird das neue Logistik-Center sukzessive ans Netz gehen. Es wird eine noch schnellere Warenbewirtschaftung und dadurch kürzere Bestell- und Lieferrhythmen für unsere Kundinnen und Kunden ermöglichen. Damit können wir unter anderem Food Waste in Zukunft noch stärker vermeiden. Im 2026 folgt das neue Slicer Center, das durch die damit verbundene Konzentration des Charcuterie-Slicings unsere Effizienz in diesem Bereich deutlich verbessern wird. Bei Hilcona in Schaan (FL) hat das neue Hochregallager den Betrieb aufgenommen. Damit haben wir die zweite Phase des Werksentwicklungsplans erfolgreich abgeschlossen. Mit dem neuen Produktionsgebäude schaffen wir bei Hilcona Raum für Innovation, Wachstum und neue Technologien. Bei Hubers investieren wir mit einem Werksentwicklungsplan für Pfaffstätt (AT) in die Infrastruktur. Der Plan sieht den Neubau einer zweiten Schlacht-, Zerlege- und Filetieranlage sowie die Installation einer Putenschlachtlinie vor, wobei besonderer Wert auf die Verbesserung des Tierwohls gelegt wird. Die neue Infrastruktur gibt uns zusätzlich benötigte Produktionskapazitäten, festigt unsere technologische Führungsrolle und verschafft uns einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Damit schaffen wir eine verlässliche Grundlage für künftiges Wachstum und stabile Erträge.

Wir leben Verantwortung

Nachhaltigkeit ist seit jeher ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Das Berichtsjahr war geprägt von kontinuierlichen Fortschritten und neuen Initiativen der Bell Food Group im Bereich Nachhaltigkeit. Mit einem klaren Fokus auf die Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Steigerung der Energieeffizienz wurden in allen Geschäftsbereichen Massnahmen ergriffen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile versprechen. So erfüllen die neuen Werke in Oensingen (CH) und in Schaan (FL) den Minergie-Standard, den Schweizer Standard für überdurchschnittliche Ansprüche an den Klimaschutz. Weiter standen die Optimierung des Ressourceneinsatzes und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft im Mittelpunkt.

Wechsel in der Gruppenleitung

Auf Ende April hat CFO Xavier Buro die Bell Food Group verlassen. Der Verwaltungsrat der Bell Food Group hat CIO Sven Friedli per 1. September zum neuen CFO und Mitglied der Gruppenleitung ernannt. Finanzen/Services und die IT der Bell Food Group wurden neu zusammengeführt. Durch die Beibehaltung der CIO-Funktion bleibt die Kontinuität in der IT sichergestellt – ein wichtiger Aspekt mit Blick auf die laufenden strategischen Grossprojekte. Die Zusammenführung von Finanzen und IT unter einer Leitung verschlankt unsere Organisation weiter und eröffnet der Gruppe zusätzliche Möglichkeiten, die Digitalisierung noch effektiver zu steuern und fokussierter voranzutreiben. Per 1. Juni hat der bisherige Eisberg-CFO Tobias Wölfle die Leitung des Geschäftsbereichs Eisberg von Mike Häfeli übernommen, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Bereits per 1. März hatte Eric Overbeek Thomas Bodenmann als Leiter des Geschäftsbereichs Hügli abgelöst.

Gleichbleibende Ausschüttung

Aufgrund der guten Ertragsentwicklung der Bell Food Group und der intakten Perspektiven beantragen wir der Generalversammlung, die Ausschüttung einer Dividende von CHF 7.00 beizubehalten. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei 35.0 Prozent des bereinigten Gruppenergebnisses. Die Ausschüttung erfolgt zu 50 Prozent aus den Kapitaleinlagereserven und zu 50 Prozent aus dem Jahresergebnis der Bell Food Group AG.

Ausblick

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Auch im kommenden Jahr wird die wirtschaftliche Entwicklung von einer verhaltenen Konsumentenstimmung und einem intensiven Wettbewerbsumfeld geprägt sein. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Unsicherheiten bestehen, ebenso wie die angespannte Situation auf den Beschaffungsmärkten.

Wir sind zuversichtlich, dank der Fokussierung auf unsere Stärken und der starken Marktposition unserer Unternehmen die Wachstumsdynamik und Wertschöpfung weiter voranzutreiben. Die Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten an verschiedenen Standorten wird mit den erwarteten Anlaufkosten und Abschreibungen verbunden sein. Eingeleitete Effizienzverbesserungsmassnahmen, zum Beispiel die Optimierung der Produktionsprogramme an verschiedenen Standorten, bilden die Basis für eine erfolgreiche Zukunft und werden mittelfristig ihre Wirkung entfalten. 

Für diese vielfältigen Herausforderungen sind wir bestens gerüstet. Dank unserer Erfahrung, unserer soliden Strukturen und einer klaren strategischen Fokussierung sehen wir diesen Aufgaben mit Zuversicht entgegen. Wir werden unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und unsere Marken, Sortimente und Produkte kontinuierlich weiterentwickeln. Unser bewährtes Geschäftsmodell und die Vielfalt unserer Sortimente und Produkte bilden dabei die Grundlage für nachhaltigen Erfolg. 

Unser besonderer Dank gilt Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr anhaltendes Vertrauen in unser Unternehmen. Ebenso danken wir unseren Mitarbeitenden, die mit ihrem Wissen, ihrem Engagement und ihrer Erfahrung tagtäglich zum Erfolg der Bell Food Group beitragen, sowie unseren Geschäftspartnern für die langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.

 

Joos Sutter
Präsident des Verwaltungsrates

 

Marco Tschanz
CEO