Produkte und Beschaffung

Tierwohl

Höchste Priorität im Hinblick auf unsere Reputation als Hersteller von Fleisch und Fleischwaren besitzt das Tierwohl. In der Schweiz, in der wir selbst schlachten und zerlegen, hat Bell im Berichtsjahr einen relativ hohen Anteil an Fleisch aus besonders tierfreundlicher Haltung abgesetzt. Gelungen ist dies vor allem dank der Bereitschaft der gesamten Wertschöpfungskette wie auch der hohen Kaufkraft im Land. Auch ausserhalb der Schweiz steigt die Sensibilität der Konsumenten in Bezug auf die Herkunft des Fleisches: Die österreichische Geflügelproduktion weist einen hohen Anteil an Biofleisch aus und in Deutschland vermarktet Bell-Produkte mit dem Gütesiegel des Deutschen Tierschutzbundes. Als Mitglied des Labelbeirats des Deutschen Tierschutzbundes engagiert sich Bell Deutschland für mehr Tierschutz. Für die neue Produktgruppe der Beef Jerkys in Deutschland, Frankreich, Benelux und in der Schweiz wird bewusst mit Rindfleisch aus Bioprogrammen gearbeitet.

Langfristig, das heisst bis 2023, streben wir für unsere Produkte einen Mindeststandard für das Tierwohl an. In der Schweizer Pouletproduktion setzen wir nur noch nachhaltig angebaute gentechnikfreie Soja ein. Bei den Biopoulets stammt die Soja aus Europa, bei den Freilandpoulets zu 100 Prozent aus Programmen vom Verein Donau Soja. Donau Soja steht für gentechnikfreies, herkunftsgesicherte Qualitätssoja aus Europa und ist somit eine nachhaltige Alternative zum konventionellen Sojaanbau in Südamerika.
2016 wurde das Projekt Zweinutzungshuhn fortgesetzt. Bei diesem Projekt werden die Hähne und die Hennen derselben Hühnerrasse sowohl für die Produktion von Biofleisch als auch für die Produktion von Bioeiern verwendet – die Hähne als Mastpoulets und die Hennen als Legehennen.

Auch beim Import von Geflügelfleisch in die Schweiz konnten 2016 Fortschritte erzielt werden. So stammt das importierte deutsche Trutenfleisch für wichtige Kundensegmente aus Betrieben, die seit Beginn des Jahres nach BTS-Standard produzieren. Erstmals wurden importierte Geflügelprodukte gemäss der Schweizer Geflügelkennzeichnungsverordnung zertifiziert. Fortschritte erzielten wir auch beim Import von Pouletfleisch. In Slowenien und Österreich wurde die Produktion für Schlüsselkunden nach den Anforderungen des Schweizer Tierschutzgesetzes umgestellt. In einem weiteren Schritt erfolgt die Umstellung der Produktion auf den BTS-Standard.

Pflanzen

Im Hinblick auf die Herstellung unserer Convenience-Produkte setzen wir auf Regionalität und nachhaltige Landwirtschaft. Die Rohstoffe und Zutaten, die wir am Hilcona-Standort in Schaan verarbeiten, beziehen wir bevorzugt bei Lieferanten aus der Region. Der überwiegende Teil unseres Gemüses und unserer Kartoffeln wird im Vertragsanbau produziert und entspricht festgelegten Nachhaltigkeitskriterien. Als Mindeststandard gilt hierbei die Zertifizierung der Landwirte durch Suisse Garantie. Unsere Vertragspartner sind zudem grösstenteils nach SwissGAP zertifiziert. Langfristig streben wir die SwissGAP-Zertifizierung als Mindeststandard für den Vertragsanbau an. Gleichzeitig bieten wir ein breites Sortiment an Bioprodukten an. Die darin verarbeiteten Rohstoffe und Zutaten stammen alle aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft und entsprechen mindestens den Richtlinien der EU-Bio-Verordnung.

Um die Qualität unserer Rohware jederzeit zu gewährleisten, beraten und betreuen wir unsere Anbauproduzenten. Für die Aussaat von Kartoffeln, Pariserkarotten und Spinat unterstützen wir die Landwirte beispielsweise mit Spezialmaschinen. Zudem legen wir für jedes Feld den idealen Erntezeitpunkt fest, führen die kürzestmöglichen Rohwarentransporte in unser Werk durch und garantieren so eine opti-male Abstimmung mit unserer Produktion.

Seafood

Die nachhaltige Fischerei wird weiter gefördert. 98 Prozent der Produkte von Bell Seafood erfüllen die Kriterien des WWF für nachhaltigen Fang. Der Anteil an nachhaltigen Labels (ASC, MSC, Bio-Suisse-Knospe) konnte im Berichtsjahr von 50 auf 53 Prozent gesteigert werden. Für das laufende Jahr wird eine weitere Erhöhung des Labelanteils angestrebt. In Zusammenarbeit mit WWF Schweiz werden sämtliche Produkte vor ihrer Einführung evaluiert.

Schlachtung

Die tiergerechte Betäubung und Tötung ist für Bell als führender Hersteller von Fleisch und Fleischwaren von grösster Wichtigkeit. Um das Tierwohl zu gewährleisten, streben wir den höchsten, praxistauglichen Standard an. Sämtliche Schlachtbetriebe von Bell Schweiz werden vom Schweizer Tierschutz (STS) jährlich auditiert. Aufbauend auf der Beurteilung erarbeiten wir Massnahmenpläne für tierschützerische Verbesserungen und setzen die notwendigen Schritte um.

Tiergesundheit

Die Entstehung von Antibiotikaresistenzen durch unsachgemässen Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin und in der Nutztierhaltung wird zu recht an vielen Stellen thematisiert. Mittlerweile ist in der Tierhaltung der Einsatz von Antibiotika als Leistungsförderer in vielen Ländern verboten. Die Schweizer Gesetzgebung schreibt beispielsweise vor, dass Antibiotika nur zur Behandlung von kranken Tieren verabreicht werden dürfen. Bell unterstützt den Grundsatz eines sachgemässen Antibiotikaeinsatzes im Sinne des Tierwohls. Im Zuge dessen fördern wir unter anderem die freiwilligen Plus-Gesundheitsprogramme in der Schweinezucht und -mast von SuisSano und qualiporc und unterstützen das Projekt Colorispotop zur Antibiotikareduktion in der Kälbermast.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Für kritische Rohstoffe werden zukünftig Mindeststandards definiert. Das betrifft unter anderem Rohstoffe wie Eier, Palmöl, Soja in der Verarbeitung oder Gemüse. Mit diesen Standards stellen wir die Einhaltung von sozialen wie auch ökologischen Kriterien sicher. In der Umstellung von Palmöl auf Substitute wurden bereits Fortschritte erzielt. Ebenso bei der Beschaffung von Eiern, bei der wir auf die Herkunft aus tierfreundlicher Haltung setzen.

Dem Ressourcenverbrauch hinsichtlich unseres Verpackungsmaterials wollen wir Rechnung tragen. Bis 2023 soll das Verpackungsmaterial demnach gruppenweit mittels Projekten reduziert oder durch ökologische Varianten substituiert werden. Mit diesen Massnahmen werden bei der Herstellung, dem Transport sowie der Entsorgung Ressourcen wie auch Energie gespart und das Abfallvolumen wird insgesamt verringert.

 

 

Medienmitteilungen

10.04.2017

Bell veräussert Filialgeschäft in Tschechien

Im Rahmen eines Management-Buy-outs veräussert Bell das Filialgeschäft Novak in Tschechien an den bisherigen Geschäftsführer. Das Retailgeschäft in Tschechien gehörte nicht zu den strategischen Geschäftsfeldern der Bell-Gruppe. Die ...

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