Produkte und Beschaffung

Tierwohl

Höchste Priorität im Hinblick auf unsere Reputation als Hersteller von Fleisch und Fleischwaren besitzt das Tierwohl. In der Schweiz, in der wir selbst schlachten und zerlegen, hat die Bell Food Group im Berichtsjahr einen hohen Anteil an Fleisch aus Haltung mit erhöhtem Tierwohlstandard abgesetzt. Insgesamt stammten rund 49 Prozent der Schlachttiere in der Schweiz aus Produktionsbetrieben mit erhöhtem Tierwohlstandard. In der Schweiz ist dies durch die Bereitschaft der gesamten Wertschöpfungskette sowie die hohe Kaufkraft der Bevölkerung begründet.

Auch ausserhalb der Schweiz steigt die Sensibilität der Konsumenten in Bezug auf die Tierhaltung. Hubers Landhendl ist der grösste Anbieter von Biopouletfleisch in Österreich; die Süddeutsche Truthahn AG ist Marktführer in Bereich Bioputenfleisch in Deutschland. Im Berichtsjahr erfolgte zudem erstmals eine Zertifizierung von Pouletfleisch nach dem Schweizer Produktionsstandard «Besonders Tierfreundliche Stallhaltungssysteme» (BTS) ausserhalb der Schweiz. Zum aktuellen Zeitpunkt stammt der grösste Anteil des in die Schweiz importierten Geflügelfrischfleisches aus Slowenien, Österreich und Deutschland aus Betrieben, die nach Anforderungen der Schweizer Tierschutzgebung oder darüber hinaus nach den BTS-Anforderungen produzieren. Bis Ende 2018 werden weitere Betriebe auf BTS umgestellt. Die Betriebe werden durch interne und externe Audits regelmässig kontrolliert. In Deutschland vermarktet Bell Produkte mit dem Gütesiegel des Deutschen Tierschutzbundes. Als Mitglied des Labelbeirats des Deutschen Tierschutzbundes engagiert sich Bell Deutschland für mehr Tierschutz. Für die Produktgruppe der Beef Jerkys in Deutschland, Frankreich, Benelux und in der Schweiz wird beispielsweise bewusst mit Rindfleisch aus Bioprogrammen gearbeitet.

Langfristig, das heisst bis 2023, streben wir für unsere Produkte einen Mindeststandard für das Tierwohl an. In der Schweizer Pouletproduktion werden diese Anforderungen mit den besonders tierfreundlichen Stallhaltungssystem (BTS) bereits erfüllt. Zudem ist Bell bestrebt, Betriebe mit Freilandhaltung auszubauen. Gleichzeitig sollen die Betriebe mit modernsten Technologien ausgestattet und bezüglich Energieverbrauch optimiert werden. Seit 2013 hat Bell in der Geflügelproduktion bereits über 20 Betriebe mit Freilandhaltung saniert.

Bei der Fütterung von Schweizer Poulets setzen wir nur noch gentechnikfreie Soja aus zertifizierter und verantwortungsvoller Produktion ein. Bei den Biopoulets stammt die Soja aus Europa, bei den Freilandpoulets zu 100 Prozent aus Programmen des Vereins Donau Soja. Seit 2017 ist Bell Schweiz zudem Mitglied beim Soja-Netzwerk Schweiz. Das Netzwerk fördert einen verantwortungsbewussten Sojaanbau nach den Basler Kriterien. Sowohl Donau Soja als auch das Soja-Netzwerk Schweiz stehen für gentechnikfreie Qualitätssoja aus nachhaltiger Produktion und sind somit eine ressourcenschonende Alternative zum konventionellen Sojaanbau in Südamerika.

2017 wurde das Projekt Zweinutzungshuhn fortgesetzt. Bei diesem Projekt werden die Hähne und die Hennen derselben Hühnerrasse sowohl für die Produktion von Biofleisch als auch für die Herstellung von Bioeiern verwendet – die Hähne als Mastpoulets und die Hennen als Legehennen.

Pflanzen

Bei der Herstellung unserer Convenience-Produkte setzen wir auf Regionalität und nachhaltige Landwirtschaft. Die Rohstoffe und Zutaten, die wir am Hilcona-Standort in Schaan verarbeiten, beziehen wir bevorzugt bei Lieferanten aus der Region. Der überwiegende Teil unseres Gemüses und unserer Kartoffeln wird im Vertragsanbau produziert und entspricht festgelegten Nachhaltigkeitskriterien. Als Mindeststandard gilt hierbei die Zertifizierung der Landwirte durch Suisse Garantie. Unsere Vertragspartner sind zudem grösstenteils nach SwissGAP zertifiziert. Langfristig streben wir die SwissGAP-Zertifizierung als Mindeststandard für den Vertragsanbau an. Aktuell sind 99 Prozent unserer Früchte und unseres Gemüses mindestens nach GlobalGAP zertifiziert. Gleichzeitig bieten wir ein breites Sortiment an Bioprodukten an. Die darin verarbeiteten Rohstoffe und Zutaten stammen alle aus kontrollierter ökologischer Landwirtschaft und entsprechen mindestens der EU-Bio-Verordnung.

Um die Qualität unserer Rohware jederzeit zu gewährleisten, beraten und betreuen wir unsere Anbauproduzenten. Für die Aussaat von Kartoffeln, Pariserkarotten und Spinat unterstützen wir die Landwirte beispielsweise mit Spezialmaschinen. Zudem legen wir für jedes Feld den idealen Erntezeitpunkt fest, führen die kürzestmöglichen Rohwarentransporte in unser Werk durch und garantieren so eine optimale Abstimmung mit unserer Produktion.

Seafood

Die nachhaltige Fischerei wird weiter gefördert. 99 Prozent der Produkte von Bell Seafood stammen gemäss den Kriterien des WWF aus nachhaltigen Quellen.

Seit 2010 ist die Bell Food Group Mitglied bei der WWF Seafood Group. Damit verpflichten wir uns, keine vom Aussterben bedrohten Arten anzubieten, nicht nachhaltige Herkünfte schrittweise auszulisten und den Anteil an empfehlenswerten Labels laufend auszubauen. Zusammen mit dem WWF beteiligen wir uns an einem Gelbflossen-Thunfisch-Projekt auf den Philippinen zur Sicherung des Bestandes, zur Etablierung umweltschonender Fangpraktiken sowie zur Vorbereitung der Fischerei auf die MSC-Zertifizierung.

Schlachtung

Die tiergerechte Betäubung und Schlachtung ist für Bell als führender Hersteller von Fleisch und Fleischwaren von grösster Wichtigkeit. Um das Tierwohl zu gewährleisten, streben wir den höchsten, praxistauglichen Standard an. Sämtliche Schlachtbetriebe von Bell Schweiz werden vom Schweizer Tierschutz (STS) jährlich auditiert. Ausgehend von deren Beurteilung erarbeiten wir Massnahmenpläne für tierschützerische Verbesserungen und setzen die notwendigen Schritte um. Auch unsere Schlachtbetriebe in Österreich und Deutschland werden regelmässig vom STS begutachtet.

Tiergesundheit

Die Entstehung von Antibiotikaresistenzen durch unsachgemässen Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin und in der Nutztierhaltung wird zu Recht an vielen Stellen thematisiert. Mittlerweile ist in der Tierhaltung der Einsatz von Antibiotika als Leistungsförderer in vielen Ländern verboten. Die Schweizer Gesetzgebung schreibt beispielsweise vor, dass Antibiotika nur zur Behandlung von kranken Tieren verabreicht werden dürfen. Bell unterstützt den Grundsatz eines sachgemässen Antibiotikaeinsatzes im Sinne der Tiergesundheit. Im Zuge dessen fördern wir unter anderem die freiwilligen Plus-Gesundheitsprogramme in der Schweinezucht und -mast von SuisSano und qualiporc und unterstützen das Projekt Colorispotop zur Antibiotikareduktion in der Kälbermast.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Für kritische Rohstoffe wurden Mindeststandards definiert. Das betrifft unter anderem Rohstoffe wie Eier, Palmöl, Soja in der Verarbeitung oder Gemüse. Mit diesen Standards stellen wir die Einhaltung von sozialen wie auch ökologischen Kriterien sicher. In der Umstellung von Palmöl auf andere pflanzliche Öle und Fette wurden bereits Fortschritte erzielt. In der Schweiz verwenden wir zu 100 Prozent nachhaltiges Palmöl aus RSPO-zertifizierten Quellen. Fortschritte erzielten wir ebenso bei der Beschaffung von Eiern: In der Schweiz setzen wir nur noch Eier aus nachhaltiger Produktion ein.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Ressourcenverbrauch bei unserem Verpackungsmaterial. Bis 2023 soll das Verpackungsmaterial in der Bell Food Group um 2’500 Tonnen reduziert oder durch ökologische Varianten substituiert werden. Bei der Reduktion bzw. Substitution der Verpackungsmenge befinden wir uns auf Zielkurs; seit 2013 können wir über die gesamte Gruppe eine Reduktion von 260 Tonnen verzeichnen. Mit diesen Massnahmen werden bei der Herstellung, dem Transport sowie der Entsorgung Ressourcen wie auch Energie gespart, und das Abfallvolumen wird insgesamt verringert.

Im Mai 2017 erfolgte bei der Hilcona im Bereich der Sterilkonserven eine Umstellung von drei- auf zweiteilige Weissblechdosen. Das ermöglichte eine Gewichtsreduktion von 5,5 Prozent pro Dose. In der Folge senkte sich der CO2-Verbrauch in der Dosenproduktion um 11 Prozent.

Medienmitteilungen

26.04.2018

Bell Food Group AG veröffentlicht provisorisches Zwischenergebnis zum öffentlichen Kaufangebot für Hügli Holding Aktiengesellschaft

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