Produkte und Beschaffung

Mit unserer strategischen Ausrichtung im Bereich «Produkte und Beschaffung» nimmt die Bell Food Group eine führende Position im Markt ein. Besonderes Augenmerkt liegt dabei auf den vier Schwerpunktbereichen tierische Erzeugnisse, pflanzliche Rohstoffe, Verpackungen sowie Hilfs- und Betriebsstoffe. 

Wir engagieren uns für ökologisch, tierfreundlich und sozial hergestellte Produkte!

Im Hinblick auf unsere Reputation als grosser europäischer Hersteller von Fleisch- und Convenience-Produkten besitzt die nachhaltige Produktion und Beschaffung unserer tierischen und pflanzlichen Rohstoffe eine hohe Priorität. In der Schweiz, in der wir beispielsweise selbst schlachten und zerlegen, setzt die Bell Food Group einen hohen Anteil an Fleisch aus Tierhaltungen mit erhöhtem Tierwohlstandard ab. Rund die Hälfte der Schlachttiere stammen aus Produktionsbetrieben mit erhöhtem Tierwohlstandard. Im Bereich Geflügel liegt der Anteil gar bei 100 Prozent. Auch ausserhalb der Schweiz steigt die Sensibilität der Konsumenten in Bezug auf die Tierhaltung. In Österreich sind wir der grösste Anbieter von Biohähnchenfleisch und in Deutschland Marktführer in Bereich Bioputenfleisch. Als grösster Seafood-Anbieter in der Schweiz fördern wir die nachhaltige Fischerei. Bell Schweiz ist Gründungsmitglieder der WWF Seafood Group. 99 Prozent der Produkte von Bell Seafood stammen aus nachhaltigen Quellen gemäss den Kriterien des WWF.

Bei der Herstellung unserer Convenience-Produkte setzen wir auf Regionalität und nachhaltige Landwirtschaft. Der überwiegende Teil unserer pflanzlichen Rohstoffe in der Division Hilcona wird im Vertragsanbau produziert und entspricht festgelegten Nachhaltigkeitskriterien. Als Mindeststandard gilt hierbei die Zertifizierung der Landwirte durch SwissGAP/Global GAP.

Für kritische Rohstoffe wurden Mindeststandards definiert. Das betrifft unter anderem Rohstoffe wie Eier, Palmöl oder Gemüse. Mit diesen Mindeststandards stellen wir die Einhaltung von sozialen wie auch ökologischen Kriterien sicher.

Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Als einer der führenden Herstellern von Fleisch- und Convenience-Produkten trägt die Bell Food Group entlang der Wertschöpfungskette bei vielen Lieferanten wesentlich zur Existenzsicherung bei.

Wir als Bell Food Group, vor allem aber auch die Lebensmittelindustrie als Ganzes, sind ein wichtiger Arbeitgeber – sowohl als direkter Arbeitgeber als auch durch Arbeitsplätze in mit uns verbundenen Branchen und Unternehmen wie beispielsweise der Logistik, der Landwirtschaft, der Futtermittel- und der Saatgutproduktion. Damit leistet die Bell Food Group einen Beitrag zur ökonomischen Entwicklung in der Nahrungsmittelbranche sowie in den vor- und nachgelagerten Sektoren.

Alle unsere Lieferanten aufzulisten ist aufgrund des Umfangs nicht möglich. Deswegen fokussieren wir auf einige Vertragsproduzenten aus der Landwirtschaft, die uns direkt vorgelagert sind und mit denen wir besonders intensiv zusammenarbeiten.

Insbesondere die Landwirte der integrierten Produktion (aber auch alle andern Lieferanten) verlassen sich auf die Bell Food Group und sind darauf angewiesen, dass wir die Erzeugnisse abnehmen und die Rohstoffe sorgsam und mit einem hohen Standard weiterverarbeiten bzw. die Tiere fachgerecht schlachten und die Produkte am Markt vertreiben.

Eigenleistungen der Bell Food Group

Im Interesse unserer Aktionäre und aller anderen Stakeholder streben wir ein angemessenes Wachstum an sowie Beständigkeit am Markt. Wir investieren laufend in unsere Produktionsstandorte. Wir modernisieren wenn nötig und bauen aus, wenn es der Markt erlaubt. So haben wir zum Beispiel in den Neubau eines Conveniencewerks im österreichischen Marchtrenk über 70 Millionen investiert . Der Standort gilt als einer der modernsten Convenience Betriebe Europas .

Auch am Bell-Standort in Oensingen in der Schweiz laufen die Planungen für den Neubau des Schlachtbetriebs, um auch im Bereich der Rinderschlachtung weiterhin den höchsten Standard bei unseren Prozessen sicherstellen zu können.

Mit diesen Investitionen bekennen wir uns zu unseren Standorten, wollen die Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden gewährleisten und die Erlöse der Bell Food Group weiter sicherstellen und verbessern.

Nicht nur Investitionen tragen zur Verbesserung bei. Wir sind auch bemüht, unsere täglichen Geschäftsprozesse und Informationstransfers in der Produktion und Administration ständig zu optimieren und effizienter zu gestalten. So setzen wir bereits an vielen Standorten auf ein ganzheitliches Betriebs-eigenes Management- und Arbeitsgestaltungssystem (Top Bell Productive Management [TOP BPM]).

Regionale Herkunft

Wir streben in unserer Beschaffung langfristige Lieferantenbeziehungen an.

Wenn immer möglich und wirtschaftlich und hinsichtlich Verfügbarkeit sinnvoll, beschaffen wir die Rohware regional bzw. lokal in jenen Ländern, in denen wir auch produzieren.

Die regionale Herkunft unserer Rohstoffe wie Fleisch oder Gemüse werden nicht nur von unseren Kunden gewünscht, sondern stärken auch die Wirtschaft in unserem Produktionsumfeld. Deshalb legen wir Wert auf eine regionale Beschaffung.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf ausgewählte Rohstoffe aus regionaler Herkunft sowie auf Rohstoffe, die aus integrierter Produktion stammen.

Kennzahlen

Bell Schweiz


2016201720182019
Anteil der verarbeiteten Rinder und Kälber aus der Aufzucht in der Schweiz zur Gesamtheit der verarbeiteten Rinder und Kälber89.93 %88.57 %90.45 %87.95 %
Anteil der verarbeiteten Schweine aus der Aufzucht in der Schweiz zur Gesamtheit der verarbeiteten Schweine99.97 %99.98 %99.89 % 97.21 %
Anteil des verarbeiteten Geflügels aus der Aufzucht in der Schweiz zur Gesamtheit des verarbeiteten Geflügels83.39 % 82.55 %82.92 %87.01 %

Hubers/Sütag


2016201720182019
Anteil des verarbeiteten Pouletfleisches aus der Aufzucht in Österreich zur Gesamtheit des verarbeiteten Pouletfleisches
68 %64 %64 %N/A
Anteil des verarbeiteten Putenfleisches aus der Aufzucht in Deutschland zur Gesamtheit des verarbeiteten Putenfleisches
84.6 %83.5 %80.9 %88.7 %

Hilcona


2016201720182019
Anteil der verarbeiteten Gemüse/Früchte aus der Schweiz und Liechtenstein zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/Früchte
48 %48 %47 %49 %


Eisberg

Verarbeitender BetriebAnteil der verarbeiteten Gemüse/Früchte in...2016201720182019
Eisberg Schweiz... der Schweiz und Liechtenstein zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/Früchte55 %55 %55 %50 % / 58 %*
Eisberg Ungarn... Ungarn zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/Früchte51 %55 % 51  %46 %
Eisberg Rumänien... Rumänien zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/Früchte8 %6 %4 %2 %
Eisberg Polen... Polen zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/Früchte43 %40 %46 %42 %
Eisberg Österreich... Österreich zur Gesamtheit der verarbeiteten Gemüse/FrüchteN/AN/AN/A20 %**

* inkl. Sylvain & CO / **im Aufbau

Zur Förderung des Absatzes von regionalen Produkten bietet die Bell Food Group auch Produkte mit regionalen Gütesiegeln bzw. regionale Spezialitäten mit geschützter geographischer Angabe oder Programme für unsere Kunden an und erfüllt dadurch den Kundenwunsch nach Regionalität:

  • Serrano-Schinken
  • Thüringer Rostbratwurst (Deutschland)
  • Bündner oder Walliser Rohschinken (Schweiz)
  • Schwarzwälder Schinken (Deutschland)
  • St. Galler Kalbsbratwurst (Schweiz)
  • Bündnerfleisch (Schweiz)
  • Saucisson vaudois (Schweiz)
  • Etc.

 Die Regionalität gewinnt auch insbesondere in Bezug auf das Tierwohl an zusätzlicher Bedeutung: Die Tiere aus der umliegenden Region unserer Schlachtbetriebe zu beziehen, sorgt für kürzere Transportwege und geringere Transportzeiten, was dem Tierwohl zuträgt.

Produktion tierischer Produkte

Fleisch ist für die Bell Food Group ein wichtiger Rohstoff. Rund 72 Prozent unseres Warenumsatzes (Stand 2019) stammen von Produkten tierischen Ursprungs. Das Tierwohl zu erhöhen, ist eines unserer zentralen Anliegen und dafür engagieren wir uns.

Um Verbesserung zu erreichen, arbeiten wir mit verschiedenen Stakeholdern entlang der gesamten Wertschöpfungskette: mit Kunden, Landwirten, NGOs und stattlichen Institutionen.

Gesetzliche Anforderungen und Mindeststandards tierischer Rohstoffe

Für die Herstellung «tierischer Produkte» gilt es, mindestens die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen des Herkunftslandes zu erfüllen. Die Einhaltung dieser Mindestanforderungen wird nicht von der Bell Food Group selbst überprüft, sondern im Rahmen von staatlichen Kontrollmechanismen (Bundesamt für Landwirtschaft [BLW, CH], Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung [BLE, DE] etc.). Unsere Ambition ist es, diese Mindeststandards und gesetzlichen Anforderungen für unser gesamtes Produktsortiment im Bereich tierische Rohstoffe umzusetzen:

  • Frischfleisch und Fleischprodukte entsprechend gesetzlichen Anforderungen des Herkunftslandes und Empfehlungen der EU (Tierschutzverordnung in Deutschland und der Schweiz etc.)
  • Eier gemäss KAT, AMA, QS, AgroVet oder gleichwertiger Standard, wie z. B. Bio (ganze Bell Food Group)
  • Fisch und Seafood für strategische Marken aus ökologisch verträglich und möglichst Bestandes-erhaltenden Aquakulturen und Fischereien (WWF Score 1–3), für alle anderen Produkte WWF Score 1–4
  • Milch und Milchprodukte entsprechen den gesetzlichen Anforderungen des Herkunftslandes
  • Verbotene Produkten und Produktionsformen (DONTs) und Tiere, Fische und Meeresfrüchte von akut bedrohten Arten (Rote Liste Arten gemäss IUCN) über die gesamte Bell Food Group

Sicherstellung guter Herstellungspraxis/Tierwohl

Tierwohl ist für die Bell Food Group als grosser europäischer Produktionsbetrieb ein wichtiges und zentrales Thema.

Grundsätzlich möchten wir unseren Kunden Produkte aus verschiedenen Tierwohlstufen und Tierwohlprogrammen anbieten können. Die Konsumenten können somit aus einem breiten Angebot auswählen und selbst bestimmen, welche Kriterien ihnen persönlich wichtig sind. Abhängig von der Nachfrage und der Kundenwünsche können wir daher entsprechende Ware aus verschiedenen Tierwohlstandards (QM Schweizer Fleisch, Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme [BTS], Regelmässiger Auslauf im Freien [RAUS], Naturafarm, Tierwohlabel 1 Stern DE etc.) liefern.

Stammen die Tiere aus Label-Programmen oder Programmen mit erhöhtem Tierwohl, so finden zusätzlich zu den oben beschriebenen staatlichen Kontrollen zur Überprüfung der gesetzlichen Anforderungen weitere Kontrollen durch die Programm- bzw. Label-Inhaber statt.

Bei ausgewählten Label-Programmen und Vertragsproduzenten setzen wir zusätzlich auf regelmässige Kontrollen durch eine anerkannte, unabhängige Stelle, um die Einhaltung der zusätzlichen Anforderungen zu überwachen und eine gute Herstellungspraxis (Tiertransporten, Wartezeiten der Tiere in den Stallungen, Verfahren zu Betäubung und Schlachtung) sicherzustellen.

Auch unsere eigenen Schlachtbetriebe lassen wir von unabhängigen Stellen (Schweizer Tierschutz STS, BSI Schwarzenbek etc.) regelmässig prüfen.

In gewissen Märkten ist die Nachfrage nach Produkten von Tieren aus Programmen mit erhöhtem Tierwohlstandard noch gering und bietet noch viel Potential. In diesen Märkten ist der Anteil an Produkten mit erhöhtem Tierwohlstand daher noch entsprechend tief.

Diese Situation müssen wir so akzeptieren und das Angebot entsprechend der Nachfrage ausrichten. Andernfalls müssten wir zu viel Ware «downlabeln», was aus wirtschaftlichen Gründen nur bedingt möglich ist.

Antibiotika-Einsatz

Als Teil des Tierwohls nimmt die Gesundheit der Tiere eine zentrale Rolle ein. Weiter hat die Tiergesundheit einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität unserer Produkte.

Wo dies möglich ist, engagieren wir uns aktiv dafür, den Antibiotikaeinsatz sinnvoll zu reduzieren. In der integrierten Geflügelproduktion sind beispielsweise Veterinäre angestellt. Durch eine intensive Betreuung und präventive Massnahmen ist es uns gelungen, den Antibiotika-Einsatz auf ein Minimum zu reduzieren.

In unseren Betrieben führen wir zudem nach der Schlachtung Antibiotika-Rückstands-Analysen durch. Bei der Überwachung der Antibiotikarückstandswerte ist eine Probenahme aus logistischen Gründen nicht bei jedem einzelnen Tier möglich. Die Auswahl der zu testenden Tiere erfolgt auf Grundlage einer Risikoanalyse.

Programme zur Förderung der Tiergesundheit/Tierwohl

Weiter setzen wir uns auch für Programme zur Förderung der Tiergesundheit ein. So unterstützen wir in der Schweiz im Bereich Schwein beispielsweise die «Schweinegesundheits-Plus-Programme» oder Gesundheitsprogramme beim Kalb. In Deutschland und Österreich führen wir im Rahmen des QS-Systems ein Antibiotikamonitoring.

Im Bereich Tierwohl setzen wir uns auch für die Forschung ein. Dazu arbeiten wir sowohl mit Forschungsstellen wie auch direkt mit landwirtschaftlichen Betrieben und unterstützen Projekte sowohl mit unserem Know-how wie auch mit unserem Netzwerk.

Wir werden uns auch zukünftig aktiv für die Weiterentwicklung des Tierwohls engagieren. Es ist unser Ziel, künftig mehr Produkte von Tieren aus Programmen mit erhöhtem Tierwohlstandard zu verkaufen. Dafür sind wir zu einem grossen Teil auf eine entsprechende Nachfrage aus den Märkten angewiesen.

Produktion pflanzlicher Produkte

Auch pflanzliche Rohstoffe und Zutaten sind für die Bell Food Group ein wichtiger Rohstoff (Früchte und Gemüse, Gewürze, pflanzliche Öle/Fette, verarbeitete Produkte [z. B. Tofu], etc.).

Rund ein Drittel unseres Warenumsatzes (Stand 2019) stammen von Produkten pflanzlichen Ursprunges, hautsächlich aus dem Geschäftsbereich Convenience (Hügli, Eisberg, Hilcona) stammt.

Aber auch im Geschäftsbereich Bell Schweiz und Bell International finden pflanzliche Rohstoffe über Produktkreationen, wie z. B. Fleischspiesse, Marinaden für Grillprodukte etc. Verwendung.

Der Anteil an Produkten aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft zu erhöhen, ist deshalb auch hier ein zentrales Anliegen der Bell Food Group. Dafür engagieren wir uns.

Um Verbesserung zu erreichen, arbeiten wir mit verschiedenen Stakeholdern entlang der gesamten Wertschöpfungskette: mit Kunden, Landwirten, NGOs und stattlichen Institutionen.

Gesetzliche Anforderungen und Mindeststandards pflanzlicher Rohstoffe

Für die Herstellung «pflanzlicher Produkte» gilt es mindestens die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen des Herkunftslandes zu erfüllen. Die Einhaltung dieser Mindestanforderungen wird nicht von der Bell Food Group selbst überprüft, sondern im Rahmen von staatlichen Kontrollmechanismen (Bundesamt für Landwirtschaft [BLW, CH], Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung [BLE, DE] etc.). Unsere Ambition ist es bis 2020 nachfolgende Mindeststandards und gesetzlichen Anforderungen für unserer gesamtes Produktesortiment im Bereich pflanzliche Rohstoffe umzusetzen:

  • Früchte und Gemüse aus Europa gemäss Global GAP Richtlinie oder gleichwertig
  • Palmöl ist mindestens RSPO zertifiziert
  • Reis von Lieferanten mit BSCI oder gleichwertigem Standard
  • Haselnüsse von Lieferanten mit BSCI oder gleichwertigem Standard

Sicherstellung guter Herstellpraxis

Auch wenn der Anteil an pflanzlichen Produkten gemessen am gesamten Warenumsatz deutlich kleiner ist, so ist uns eine gute und ökologische Herstellungspraxis sehr wichtig.

Über staatliche Kontrollen zur Überprüfung der gesetzlichen Anforderungen sowie weiteren Kontrollen durch die Programm- bzw. Label-Inhaber werden unsere pflanzlichen Produkte aus Label-Programme überprüft.